31 Jan '13

[…] Eine Oper ohne Handlung, die nur aus inneren Monologen, Gedanken und Assoziationen besteht, ist für einen Regisseur eine schwierige Herausforderung, aber hier wunderbar und einfühlsam inszeniert von dem jungen Regisseur Sebastian Gruner.

Ebenso das Bühnenbild von Hans-Günther Säbel: Ein Nichtraum auf der Bühne mit sechs rollbaren Wänden, in dem sich die Protagonisten selbst Räume erschaffen und dazu eine passende Beleuchtung, mal aggressiv hell, mal bedrohlich dunkel. Wie auch die Kostüme von Tatiana Tarwitz, auch hier in der Hauptsache schwarz weiß, in die die Geschwister schlüpfen, unterstützt von den beiden stummen Mitspielern Frederike Oberwöhrmeier und Carlo Carluccio.

Bis auf den Anfang, der die Darsteller in Hitlerjugendkostümen mit der Hakenkreuzfahne im Hintergrund zeigt, ist dieses Stück nicht politisch, sondern ein Appell gegen die Gleichgültigkeit und für die Freiheit. Viel gewagt und Viel gewonnen, wie die Reaktion des Publikums am Ende der Oper, mit viel Beifall bedacht, zeigte. Chapeau! […]