26 Okt '15

Das Tagebuch der Anne Frank
Grigori Frid

„Sebastian Gruner hat für diese Kammeroper die bedrückende Enge der Podiumbühne mit ihren knapp 70 Plätzen gewählt. Nicht ohne Grund, denn die Zuschauer werden zu unmittelbar Beteiligten. Sie sind um ein kreisrundes Podest platziert, das Spielort ist. Symbolhaft  im Hintergrund  die drehbare Bücherwand, die den Eingang zum Versteck verstellt und ein Fensterrahmen für die sehnsuchtsvollen Blicke zum blauen Himmel. Die Ausstattung von Susann Stobernack ist funktional und angemessen. Gruner setzt in dieser minimalistischen Szenerie auf Effekte, wenn zum Beispiel bei der Razzia SS-Schergen als Schattenbilder erscheinen und auf der rückwärtigen Front der Bücherwand die SS-Runen latente Gefahr signalisieren.“ (…)  „Augenblicke des Schweigens nach den letzten  Takten der Musik. Dann langanhaltender Beifall – erst  zögerlich-betroffen, dann aber umso heftiger.“

opernnetz.de

„Grigori Frids Kammeroper indes, die jetzt am Theater Magdeburg aufgeführt wurde, ist ein Beitrag vom anderen Ende der Möglichkeiten, die das Musiktheater bietet. In dieser jüngsten Version des relativ oft gespielten Werkes genügen ein Klavier, eine Sängerin und eine Stunde für den beeindruckenden Blick in das Tagebuch der Anne Frank. So intim wie die Vorlage ist die Form der Kammeroper.“

juedische-allgemeine.de

„Im Opernhaus hatte am Donnerstagabend eine Inszenierung Premiere, die zwischen Lebenslust und Todesangst nachempfunden lässt, was heute kaum noch vorstellbar erscheint.“ (…) „Markant für die gesamte Inszenierung: das Spiel mit Gegensätzen, zwischen Lachen, Angst und Verzweiflung. Immer so genau abgestimmt, dass es weder überzogen noch abflachend wirkt.“ (…) „Es dauert etwas, bis sich die Hände des Publikums zum Applaus finden. Der krönt eine bewegende Inszenierung, die ein bewegendes Stück Zeitgeschichte leichtwirkend umsetzt und gleichzeitig die große Dramatik offenbart.“

Magdeburger Volksstimme

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